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Juni 3, 2026

Warum sollte man bei 40°C ein Gewächshaus aufstellen? Gerade weil es 40°C sind.

Juli 10, 2026

Hitzewelle und Gemüsegarten: Schützen Sie Ihre Pflanzen mit einem bioklimatischen Gewächshaus

Es ist ein Satz, den wir seit Jahren hören – am Telefon, auf Messen, unter unseren Beiträgen:

„Es wird doch sowieso immer heißer. Warum soll ich mir ein Gewächshaus hinstellen?“

Am 28. Juni hat uns das jemand gefragt. An genau diesem Tag wurde in Neißemünde-Coschen in Brandenburg mit 41,7 Grad der höchste jemals in Deutschland gemessene Temperaturwert registriert. Der bisherige Rekord hatte sieben Jahre gehalten.

Die Frage war dieselbe wie immer. Aber sie klang plötzlich völlig anders.

Denn genau in diesen Tagen passierte in Zehntausenden Gärten etwas Stilles: Kerngesunde Tomatenpflanzen, gut gegossen, wenige Tage zuvor noch voller Blüten, ließen diese Blüten fallen. Eine nach der anderen. Keine Krankheit. Kein Schädling. Kein Fehler beim Gießen.

Was in den Pflanzen wirklich passiert ist

Eine Pflanze leidet nicht unter Hitze, so wie wir leiden. Sie hört auf.

Ab 30 Grad stellt eine Tomate die Bildung des Farbstoffs ein, der sie rot werden lässt. Ab 32 Grad beginnen die Blüten abzufallen. Bei rund 34 Grad wird der Pollen steril: Die Blüte öffnet sich, aber es kann keine Frucht mehr entstehen.

Und es gibt eine letzte Schwelle, auf die kaum jemand achtet. Sinkt die Temperatur nachts nicht unter 24 Grad, erholt sich die Pflanze nicht. Der nächste Tag kann noch so ideal sein – es ändert nichts mehr.

Jetzt denk an die letzte Juniwoche zurück. An 46 Wetterstationen in elf Bundesländern wurden 40 Grad erreicht oder überschritten. An 252 Stationen fiel der Allzeitrekord – darunter Messreihen, die bis ins Jahr 1824 zurückreichen. In Kitzingen und in Waghäusel-Kirrlach gab es elf Tage am Stück mit über 35 Grad, so viele wie nie zuvor. Und auch bei den Tropennächten, in denen es nicht unter 20 Grad abkühlt, wurde für einen Juni ein neuer Höchstwert erreicht.

Für viele Gärten in Deutschland bedeutete das schlicht: Über eineinhalb Wochen hinweg haben Freilandtomaten aufgehört zu produzieren. Kein Gießen, kein Mulchen hätte daran etwas geändert. Das war keine Frage des Gärtnerns mehr, sondern der Pflanzenphysiologie.

Und die heiße Luft war nicht einmal das Schlimmste. Die direkte Sonne verbrennt. Ein einziger Nachmittag reicht, um Früchte und Blätter dauerhaft zu schädigen.

Viele unserer Pioniere gärtnern gleichzeitig im Gewächshaus und im Freiland, wenige Meter voneinander entfernt. Ende Juni war der Unterschied kein Ertragsdetail mehr. Auf der einen Seite des Weges ging die Ernte weiter. Auf der anderen war sie vorbei.

Dieser Juni war kein Ausrutscher

Man würde den Juni 2026 gern als „Ausnahmejahr“ abhaken. Das Problem ist: Die Ausnahmen kommen inzwischen jedes Jahr.

Ein Blick über die Grenzen genügt, um zu sehen, dass es sich nicht um ein lokales Ereignis handelte.

In Österreich stellten 157 von 277 Wetterstationen einen neuen Juni-Höchstwert auf. Bemerkenswert daran ist nicht die Zahl, sondern der Abstand: Die alten Rekorde wurden im Mittel um 1,4 Grad übertroffen. Auf der Wiener Hohen Warte, wo seit 1872 gemessen wird, lag der neue Juni-Wert gleich 3,6 Grad über dem alten. In der Nacht auf den 29. Juni sank die Temperatur auf der Wiener Jubiläumswarte nicht unter 27,3 Grad – die wärmste Nacht der österreichischen Messgeschichte.

In der Schweiz war die Hitzewelle Ende Juni die früheste und intensivste seit Messbeginn 1864. In Basel/Binningen wurden 39 Grad gemessen, ein Allzeitrekord für die gesamte Deutschschweiz.

Und die Einordnung der Wissenschaft ist eindeutig. Nach Berechnungen der Forschungsgruppe World Weather Attribution wäre eine solche Hitzewelle vor fünfzig Jahren praktisch unmöglich gewesen – dieselbe Wetterlage hätte damals rund 3,5 Grad kühlere Temperaturen gebracht.

Der Grund ist bekannt. Deutschland hat sich gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits um etwa 2,5 Grad erwärmt – deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt. Häufigere Hitzewellen und Dürrephasen sind die direkte Folge.

Ein weiteres Signal, unauffälliger, aber ebenso deutlich: Der Hitzewelle im Juni ging bereits im Mai eine vergleichbare Wetterlage voraus. Die Risikosaison verschiebt sich nicht im Kalender nach hinten. Sie wird länger.

Das ist keine pessimistische Prognose. Das ist eine Entscheidung über die eigene Ausstattung.

Tomaten, die in einem bioklimatischen Gewächshaus wachsen – ein Mittel zur Bekämpfung der Hitzewelle

„Aber ein Gewächshaus heizt doch auf!“

Der Einwand ist logisch. Wer „Gewächshaus“ mit „Treibhauseffekt“ verbindet, für den klingt ein Gewächshaus mitten in der Hitzewelle wie ein schlechter Scherz.

Nur: Gewächshaus ist nicht gleich Gewächshaus. Ein geschlossener Folientunnel wird tatsächlich zum Backofen. Ein bioklimatisches Gewächshaus dagegen ist nicht dazu da, Wärme einzusperren – es ist dazu da, sie zu regulieren.

Das Prinzip beruht auf drei Ideen.

Warme Luft steigt nach oben, also lässt man sie ziehen. Am First öffnen sich Lüftungsklappen von selbst, sobald die Temperatur steigt – ein einfacher Thermozylinder, ganz ohne Strom. Doppeltüren vorne und hinten erzeugen einen Durchzug. Die heiße Luft entweicht, statt sich zu stauen.

Das Volumen puffert. Je höher ein Gewächshaus, desto stärker dämpft die enthaltene Luftmasse die Temperaturspitzen. Genau deshalb sind professionelle Gewächshäuser bis zu zwölf Meter hoch. Nicht wegen des Platzes, sondern wegen der Kühle.

Man nimmt die Sonne weg, nicht das Licht. Das ist der Punkt, den fast niemand auf dem Schirm hat: Nicht die warme Luft verbrennt deine Früchte, sondern die direkte Strahlung. Ein Schattiernetz fängt diese Strahlung ab und lässt trotzdem durch, was die Pflanze zum Wachsen braucht.

Das Ergebnis überrascht jedes Mal: In den heißesten Stunden ist es unter einem gut ausgestatteten Gewächshaus kühler als draußen.

Falls dir das unglaubwürdig erscheint, eine Gegenfrage. Warum baut man in Andalusien, in Tunesien oder in den Emiraten quadratkilometerweise Gewächshäuser? Ganz sicher nicht, um die Kulturen aufzuwärmen. In diesen Klimazonen ist das Gewächshaus kein Komfort, sondern ein Überlebenswerkzeug.

Was ein Myfood-Gewächshaus zusätzlich leistet

Das Wasser arbeitet für dich. In einem aquaponischen oder biaponischen Gewächshaus zirkulieren mehrere hundert Liter permanent. Diese Wassermasse nimmt tagsüber Wärme auf und gibt sie nachts langsam wieder ab. Das Kultursystem erleidet das Klima im Gewächshaus nicht – es hilft, es zu halten.

Und vor allem: Es geht nicht verloren. Das ist der am meisten unterschätzte Unterschied zwischen einem Freilandbeet und einem geschlossenen Kreislauf. Wenn du bei 35 Grad im Garten gießt, erreicht ein erheblicher Teil des Wassers die Wurzeln nie: Es verdunstet an der Bodenoberfläche, läuft ab oder versickert unterhalb des Wurzelbereichs. Je heißer es wird, desto größer dieser Verlust – genau dann, wenn die Pflanze das Wasser am dringendsten bräuchte.

In einem Myfood-Gewächshaus läuft das Wasser im Kreis. Es fließt von den Becken zu den vertikalen Kulturtürmen, hält die Wurzeln durchgehend feucht und kehrt zu den Becken zurück. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, ist nicht verloren – es dreht die nächste Runde. Du bewässerst nicht mehr eine Fläche in der Hoffnung, dass das Wasser ankommt: Du versorgst die Wurzeln direkt, den ganzen Tag, ohne Schwankungen.

Der Effekt ist doppelt. Die Kulturen erleben nicht mehr den Wechsel zwischen Trockenheit und Überschwemmung, der Freilandpflanzen stresst. Und der Wasserverbrauch über eine Saison liegt in einer völlig anderen Größenordnung als bei einem klassischen Beet vergleichbarer Fläche.

Wie relevant das ist, hat der Juni gezeigt. Bundesweit fielen rund 66 Liter pro Quadratmeter Niederschlag statt der üblichen 85 – und die Verteilung war extrem ungleich: Am Ober- und Mittelrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin waren es nur 15 bis 30 Liter. Wenn kommunale Bewässerungsverbote kommen, läuft ein geschlossener Kreislauf weiter.

Du weißt in Echtzeit, was passiert. In einer Hitzewelle entscheiden wenige Stunden. Sensoren, die Luft- und Wassertemperatur messen und dich warnen, bevor die kritische Schwelle erreicht ist, sind mehr wert als ein Thermometer, auf das du abends beim Heimkommen schaust.

Bleibt eine Bedingung, und wir sagen sie lieber deutlich: Ein Gewächshaus schützt nur dann vor Hitze, wenn es für den Sommer ausgerüstet ist. Automatische Firstlüftung, Doppeltüren, Ventilator, Schattiernetz, Abdeckplatten für die Becken, Vernebler. Erst diese Elemente machen aus einem Backofen einen Schutzraum.

Ein bioklimatisches Gewächshaus zum Schutz der Pflanzen vor der Hitzewelle

Die Erderwärmung schenkt dir kein Mittelmeerklima

Der letzte Einwand, und der teuerste: „Wenn es wärmer wird, kann ich bald das ganze Jahr draußen gärtnern.“

Die Erwärmung verschiebt Deutschland nicht nach Süden. Sie macht das Wetter unberechenbar. Eine Hitzewelle im Mai. Ein Spätfrost auf Knospen, die zu früh ausgetrieben haben. Ein Hagelgewitter, das einen Garten in zehn Minuten niederlegt. Ein Sommer ohne Regen, gefolgt von einem ersoffenen Herbst.

Eine Pflanze stirbt nie an einem Jahresmittelwert. Sie stirbt an einem Extrem. Und ein Gewächshaus tut im Grunde nur eines: Es filtert die Extreme.

Fazit

2023 haben wir in diesem Blog geschrieben, ein Gewächshaus werde langsam zur Notwendigkeit. Drei Sommer später muss man den Satz korrigieren: Es ist eine geworden.

Die Hitzewellen werden nicht seltener. Jeder kommende Sommer wird statistisch härter als der davor.

Also noch einmal die Frage vom Anfang. Warum ein Gewächshaus bauen, wenn es immer heißer wird?

Weil es immer heißer wird. Die abgefallenen Blüten vom Juni waren kein saisonaler Unfall. Sie waren ein Vorgeschmack.

Wer sich heute ausrüstet, schützt sich nicht vor einem Sommer.

Er rüstet sich für die zwanzig, die folgen.

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